Angeln auf dem Bodden (Teil 1)

Eine ungewöhnliche Tour im Sommer

Angeln auf dem Bodden

Berichte und Bilder vom Angeln auf dem Bodden gibt es zahlreich in diversen Internetplattformen zu lesen. Euphorisch wird von kapitalen Hechten, Massenfängen und den besten Vorraussetzungen berichtet. Die Erwartungshaltungen werden damit ins Unermessliche potenziert. Ich finde, oft täuschen diese paradiesisch ausgeschmückten Berichte etwas über die realen Begebenheiten hinweg. Denn wir bekommen quasi nur die Erfolgsstories zu hören. Berichte, bei denen beim Angeln auf dem Bodden nichts gefangen wurde, werden kaum publik gemacht oder erst gar nicht verfasst. Ebenso hätte es mit diesem Bericht enden können! – Wäre da nicht eine gewisse Stelle gewesen… Doch der Reihe nach:

Es war Juni, und nach endlos langem Winter, der beinahe bis in den Mai hineinreichte, oblagen Max und ich der typischen, eingangs erwähnten Erwartungshaltung. Und schon nach eineinhalb Tagen unermüdlichen Bootfahrens, Großköderwerfens und Kurbelns waren wir auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Wir konnten lediglich auf 3 gefangene Hechte um die 60cm zurückblicken. Das Angeln auf dem Bodden zeigte sich von seiner schlechten Seite. Die Bedingungen schienen sehr schwierig. Das Wasser hatte sich nach dem sehr kalten Mai wiederum sehr schnell auf 19 Grad erwärmt und war sehr trüb. Zudem fragten wir uns, ob sich die großen Hechte nicht schon in die kältere Ostsee verkrochen hatten.

Mit BigBaits auf dem Bodden

Wir stellten uns schließlich das Ultimatum noch eine Stelle auszutesten und bei Nichtsteigerung der Fangquote das Angeln auf dem Bodden abzubrechen, um früher nach Hause zu fahren. Ich wertete die Stelle als „Flöten-Revier“ ab, doch Max fischte mit voller Konzentration, als wir den 2m flachen Bereich erreicht hatten. Nach wenigen Minuten erfolgte tatsächlich ein Biss und ein 90er Hecht verhalf  uns aus unserer Ausweglosigkeit. Jetzt hatte die Stunde von Max geschlagen. Mit jeder neu, gleich angesetzten Drift parierte er einen Biss durch das Hochreißen seiner Rute vor meiner Nasenspitze. So landete in einer Folge ein 111cm, ein 112cm und ein knapp metriger Hecht in unserem Boot! Unglaublich. Freudegefühle vermischten sich mit einem Erstaunen über das Erlebte und krönten einen gelungenen Abschluss der Tour.

Mir blieben nur noch zwei Fragen offen: „Wieso standen die Hechte so zusammengehordet genau dort auf den gleichen 20m² und wieso gab es bei mir selbst nicht einen Biss, obwohl ich Max´s Erfolgsköder unlängst kopiert hatte?“ So kann das Angeln auf dem Bodden sein. Ich habe bis heute keine Antwort auf die Fragen, doch ich sollte noch meine Revanche bekommen

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